Ratgeber
Was macht die Hebamme im Wochenbett?
Von Jennifer Knauf, Hebamme · Veröffentlicht am · Aktualisiert am
Im Wochenbett kommt die Hebamme zu Dir nach Hause. Sie begleitet Deine Rückbildung und Wundheilung, unterstützt beim Stillen oder Füttern, behält die Entwicklung Deines Babys im Blick und ist Ansprechpartnerin für alle Fragen im neuen Alltag. Die Krankenkasse übernimmt die Betreuung bis zwölf Wochen nach der Geburt, bei Still- oder Ernährungsproblemen auch länger.

So läuft ein Hausbesuch im Wochenbett ab
Ein Wochenbettbesuch dauert je nach Situation unterschiedlich lange, und er hat immer zwei Hauptpersonen: Dich und Dein Baby. Dazu kommt alles, was Euch als Familie gerade beschäftigt, vom Stillrhythmus bis zur Frage, ob das viele Schlafen (oder Nicht-Schlafen) normal ist.
Für Dich als Mutter
- Rückbildung: Ich prüfe, wie sich Deine Gebärmutter zurückbildet, und schaue mir den Wochenfluss an. Beides zeigt, wie gut die Heilung vorangeht.
- Wundheilung: Geburtsverletzungen wie eine Dammnaht oder die Kaiserschnittnarbe behalte ich im Blick und gebe Dir Tipps, was die Heilung unterstützen kann.
- Stillberatung: Anlegen, Stillpositionen, Milchmenge, wunde Brustwarzen – beim Stillen tauchen viele Fragen auf. Ich unterstütze Dich dabei, Euren Weg zu finden. Das gilt genauso, wenn Du nicht stillst: Auch bei Flaschennahrung begleite ich Dich.
- Mentale Gesundheit: Die Zeit nach der Geburt ist emotional intensiv. Stimmungstiefs wie der sogenannte Babyblues sind häufig. Ich höre zu, nehme Deine Gefühle ernst und helfe Dir, bei Bedarf weitere Unterstützung zu finden.
Für Dein Baby
- Gewicht: Regelmäßiges Wiegen zeigt, ob Dein Baby gut zunimmt, eine der wichtigsten Orientierungen in den ersten Wochen.
- Nabel: Ich schaue, ob der Nabel gut abheilt, und zeige Dir, wie Du ihn pflegst.
- Blick auf Gelbsucht: Viele Neugeborene entwickeln in den ersten Tagen eine Neugeborenengelbsucht. Ich beobachte die Hautfärbung und das Verhalten Deines Babys und bespreche mit Dir, wann eine ärztliche Kontrolle sinnvoll ist.
- Trinkverhalten: Trinkt Dein Baby effektiv, hat es genug nasse Windeln, wirkt es zufrieden? Solche Beobachtungen helfen einzuschätzen, ob es gut versorgt ist.
Auch zwischen den Besuchen nicht allein
Die Wochenbettbetreuung besteht nicht nur aus den Hausbesuchen selbst. Zwischen den Terminen kannst Du Deine Hebamme bei Fragen und Unsicherheiten erreichen, etwa wenn Du Dir beim Stillen unsicher bist oder Dich etwas am Verhalten Deines Babys beunruhigt. Vieles lässt sich am Telefon klären, und wenn nicht, wird daraus ein zusätzlicher Besuch. Bei akuten medizinischen Notfällen gilt natürlich immer: ärztliche Hilfe oder den Notruf kontaktieren.
Genau diese Mischung macht das Wochenbett mit Hebamme so wertvoll: Du musst nicht für jede Frage in eine Praxis fahren oder nächtelang im Internet suchen – Du hast eine feste Ansprechpartnerin, die Dich und Dein Baby kennt.
Wie viele Besuche zahlt die Krankenkasse?
Die Wochenbettbetreuung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. In der Regel sind in den ersten zehn Tagen nach der Geburt tägliche Hausbesuche möglich. Danach stehen Dir weitere Termine bis zwölf Wochen nach der Geburt zu, und bei Still- oder Ernährungsfragen kannst Du Deine Hebamme sogar bis zum Ende der Stillzeit hinzuziehen. Wie viele Besuche Ihr tatsächlich vereinbart, richtet sich nach Eurem Bedarf. Bei privaten Krankenkassen hängt der Umfang der Kostenübernahme von Deinem Tarif ab. Frag am besten vorab nach.
Nachlesen kannst Du das an zwei Stellen: § 24d SGB V regelt den Anspruch auf Hebammenhilfe „bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Geburt“. Wie viele Besuche in welchem Zeitraum abgerechnet werden können, steht im Hebammenhilfevertrag nach § 134a SGB V, den der GKV-Spitzenverband mit den Hebammenverbänden schließt.
Checkliste: Das kannst Du vorbereiten
Du musst für die Hausbesuche nichts Besonderes organisieren. Ich komme zu Dir und bringe alles Nötige mit. Ein paar Dinge machen den Start trotzdem leichter:
- Suche Deine Hebamme frühzeitig in der Schwangerschaft: Die Wochenbett-Plätze sind begrenzt.
- Lege Mutterpass, Versichertenkarte und das gelbe Untersuchungsheft Deines Babys bereit.
- Richte einen Wickelplatz ein, an dem wir Dein Baby bequem wiegen und anschauen können.
- Speichere die Telefonnummer Deiner Hebamme im Handy, für Fragen zwischen den Besuchen.
- Notiere Dir Fragen, sobald sie auftauchen. Im Besuch ist dann Zeit dafür.
- Plane Besuch von Familie und Freunden bewusst: Das Wochenbett ist vor allem Eure Zeit zum Ankommen und Ausruhen.
Wochenbettbetreuung rund um Buxtehude und Beckdorf
Ich betreue Familien im Wochenbett in Beckdorf, Buxtehude, Apensen, Neu Wulmstorf und den umliegenden Orten, bei Euch zuhause. Was meine Betreuung im Einzelnen umfasst, liest Du auf der Seite Wochenbettbetreuung. Und wenn Du gerade schwanger bist: Melde Dich am besten früh über mein Kontaktformular – so kann ich Deinen errechneten Termin rechtzeitig einplanen.
Häufige Fragen zum Wochenbett
Wie lange dauert das Wochenbett?
Wie oft kommt die Hebamme im Wochenbett?
Was kostet die Wochenbettbetreuung?
Kommt die Hebamme auch nach einem Kaiserschnitt?
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder hebammliche Beratung im Einzelfall.